Die 50 größten Graphic Novels aller Zeiten: The Herald, Schottland

Marjane Strapi: PersepolisThe Herald aus Schottland, immerhin die älteste Zeitung der Welt, hat eine große Umfrage unter Zeichnern, Autoren, Kritikern, Verlegern, Journalisten, Comic-Forschern, Comedians und Musikern ausgewertet und die 50 größten Graphic Novels aller Zeiten gekürt.

Platz 1 geht an Marjane Satrapi: Persepolis.

Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erzählt die gebürtige Iranerin Marjane Satrapi von der islamischen Revolution von 1979 und vom Krieg mit dem Irak – und zwar in einer einfachen, aber effektiven Bildsprache. Um dem iranisch-irakischen Krieg zu entkommen, wird sie als Jugendliche von ihren Eltern aus Teheran nach Wien geschickt. Nach vier Jahren kehrt sie trotz der Faszination der europäischen Jugendkultur wegen Heimweh nach Teheran zurück, wo sie als dekadent gilt und mit den täglichen Widerwärtigkeiten des islamischen Regimes konfrontiert wird. Von nun an ist sie nirgendwo mehr zuhause.

Das 2bändige Werk erscheint in Kürze in einer 356 Seiten starken Gesamtausgabe zum Preis von 25 EUR bei der Edition Moderne.

Auf den nächsten Plätzen:

Art Spiegelman, MausPlatz 2 für Art Spiegelman: Maus.

Art Spiegelman verschaffte mit seiner spektakulären, autobiographischen Graphic Novel dem Genre den Durchbruch bei einem breiteren Publikum.

Die Geschichte von Maus veränderte über Nacht die Geschichte des Comic Strips – aus Kult wurde Kunst.

Berichtet wird die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman. In Queens, New York, schildert er seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in dem Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen.

Art Spiegelmann, Die vollständige Maus enthält 296 Seiten. Aktuell gibt es eine Ausgabe bei Fischer.

Chris Ware: Jim CorriganPlatz 3 geht an Chris Ware: Jimmy Corrigan

Die erst in diesem Jahr auf deutsch erschienene Graphic Novel (im Original bereits seit 2000 auf dem Markt) löste weit über die Grenzen der Comicwelt hinaus Begeisterung aus. Seitdem gilt das Buch als Jahrhundertcomic, der die Ausdrucksmöglichkeiten von Bild und Wort radikal ausschöpft und damit beweist: Es gibt große Literatur, die sich nur als Comic erzählen lässt.

»Jimmy Corrigan« ist ein linkischer und dauerkränkelnder Enddreißiger, der ein Dasein als unauffälliger Büroangestellter fristet. Sein soziales Leben beschränkt sich auf die täglichen Kontrollanrufe der Mutter – und findet ansonsten in seinen tagträumerischen Heldenfantasien statt. Ein Brief seines Vaters, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit die Beziehung wiederbeleben möchte, reißt ihn schließlich aus seinem lethargischen Alltag heraus.#

Chris Ware: Jimmy Corrigan, 384 Seiten, erschienen bei Reprodukt.

Auf den weiteren Plätzen u.a.

4.) Charles Burns: Black Hole

5.) Daniel Clowes: Ghost World

6.) Alan Moore: From Hell

7.) Jaime Hernandez, Locas

8.) Alan Moore: Watchmen

9.) Alan Moore: V wie Vendetta

10.) Joe Sacco: Palästina

11.) Katsuhiro Otomo: Akira

12.) Frank Miller: Batman.: The Dark Knight Returns

13.) Glyn Dillon: The Nao of Brown

14.) David B.: Die heilige Krankheit

15.) Alexandro Jodorowsky / Moebius:  Der Incal. In weiter Ferne

 Die gesamte Liste des Herald findet sich hier

Fast alle genannten Titel sind auf deutsch oder im Original in unserem Shop lieferbar – zu vielen Titeln zeigen wir ausführliche Leseproben.

Leave a Reply