»Das Interesse an Comics ist viel größer als noch vor etwa 10 Jahren.« 15 Fragen an Reprodukt

Bei Reprodukt haben wir gleich mit mehreren Kolleginnen telefonischen und Email-Kontakt. Man hört und liest aus den Gesprächen und Mails heraus, dass bei ihnen zur Zeit ganz gut die Post abgeht. Jutta Harms findet netterweise trotz einer einwöchigen Pressereise noch Zeit, uns die Antworten auf unsere Interviewfragen zu schicken – zusammen mit einem grandiosen Verlagsportrait von Mawil:

mawil.reprodukt in farbe

© Mawil, 2013

1.)    Den Verlag gibt es seit?

1991

2.) Wie viele Mitarbeiter seid Ihr, wer macht das Programm?

Wir sind sieben fest Angestellte, ein Verleger und viele freie Mitarbeiter. Das Programm besprechen wir gemeinsam, wobei alle Mitarbeiter Titel vorschlagen und in den Programmdiskussionen verteidigen können. Der Verleger hat das Recht auf ein Veto, aber die Entscheidung für die Programmplätze muss von allen mitgetragen werden.

9783943143089-389x5003.) Welche Kriterien habt Ihr für die Titelauswahl?

Authentische Geschichten, Zeichnungen und Geschichte müssen von gleichermaßen überzeugender Qualität sein. Wir arbeiten mit unseren Autoren langfristig zusammen, das drückt sich auch in der Programmgestaltung aus.

4.) Wie ist Euer Verhältnis Eigenproduktion / Lizenzübernahme

Eigenproduktionen machen etwa zehn Prozent des Programm aus.

5.) Exportiert Ihr Lizenzen, verkauft Ihr Eure Originalausgaben auch ins Ausland?

Seit einigen Jahren verkaufen wir zunehmend Lizenzen, sogar nach Frankreich, was lange Zeit nicht möglich war, aber auch nach Polen, England, Spanien und Italien, in die USA oder sogar nach Japan.
In Österreich und in der Schweiz verkaufen wir auch unsere Ausgaben über Vertriebe vor Ort.

6.) Sagst Du ein paar Worte zur Entwicklung des deutschsprachigen Comics?

Feuchtenberger, Anke : Die Hure HDie Zeichner, die den Aufbruch des Comic in den 1990ern mitgestaltet haben, wie Anke Feuchtenberger, Martin tom Dieck, Atak, Hendrik Dorgathen, sind mittlerweile Professoren und unterrichten die junge Zeichnergeneration. Das Interesse an Comics ist viel größer als noch vor etwa 10 Jahren, was auch daran liegen kann, dass das Medium mittlerweile eine andere Wertschätzung erfährt. Damit haben Zeichner eine wesentlich bessere Perspektive. Das Resultat ist, dass von den Hochschulen viele gut ausgebildete und motivierte Zeichner und Zeichnerinnen kommen.

7.) Wie wird der deutschsprachige Comic-Markt im Ausland eingeschätzt?

Soweit wir das beurteilen können, wird die Vielfalt der deutschen Comicszene sehr positiv bewertet. Der bereits erwähnte Lizenzhandel belegt das.

8.) Seit wann sprecht Ihr von Graphic Novels?

Der Oberbegriff Comic hat für uns nach wie vor Gültigkeit. Auch Graphic Novels sind Comics.
Als nach dem großen Erfolg von Persepolis sich zunehmend auch ein neues Lesepublikum und der Buchhandel für diese Form von Comic zu interessieren begann, wurde deutlich, dass es eine differenziertere Begrifflichkeit geben muss. Als Orientierungshilfe haben deutsche Verlage den von Will Eisner schon 1988 geprägten Begriff der Graphic Novel eingesetzt, um die Unterscheidung zwischen in einem Band abgeschlossenen Geschichten und Comicserien zu ermöglichen.

9.) Ist die Entwicklung des Comic-/Graphic-Novel-Marktes gut für Euch?
Es gibt mehr Aufmerksamkeit für das Genre, aber auch mehr Wettbewerb…

Wir sehen vor allem die Vorteile. Der Buchmarkt hat sich für Graphic Novels geöffnet, die seit einigen Jahren stetig wachsende Umsätze erfahren. Und wir haben gegenüber den neuen Akteuren den Vorteil, dass wir über Knowhow und langjährig gewachsene Netzwerke verfügen. Viele Autoren schätzen unser kontinuierliches Engagement und ziehen es deshalb  vor, ihre Bücher bei uns herauszubringen.

10.) Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den Partnerverlagen rund um die Domain graphic-novel.info entwickelt?

Cover_GN_FlyersmallEin gemeinsames Thema auch gemeinsam zu präsentieren hat sich als richtig herausgestellt.
Leser, Buchhandel, Bibliotheken und nicht zuletzt die Presse schätzen die gebündelten Informationen sehr.
Die redaktionelle Arbeit dafür liegt bei Reprodukt. Wir geben auch den ebenfalls verlagsübergreifenden Flyer Was sind Graphic Novels? heraus, der im Buchhandel kostenlos verteilt wird. Derzeit ist bereits die sechste Auflage des Flyers im Handel.

11.) Was wünscht Ihr Euch von einer Neugründung wie uns? Was fehlt Euch?

Wir wünschen uns, dass ihr euren eigenen Zugang zu Graphic Novels und Comics findet, unabhängig von vermeintlichen Trends und Hypes. Dass ihr damit nachhaltig ein eigenes Sortiment aufbaut, und dieses euren Kunden vermitteln könnt.
Wir freuen uns, wenn wir euch mit unserer Begeisterung für Comics und Graphic Novels anstecken können!

12.) Zurück zu Eurem Programm: Was waren Eure größten Erfolge?

178823_0Unter anderem Baby’s in Black von Arne Bellstorf, Gift von Peer Meter und Barbara Yelin, Habibi von Craig Thompson, Jimmy Corrigan von Chris Ware, „Mumins“ von Tove Jansson oder Pjöngjang und Aufzeichnungen aus Jerusalem, die Reportage-Comics von Guy Delisle.

13.) Was sind aktuelle Schwerpunkte?

Im Herbstprogramm erscheint Schönheit vom Autor Hubert und dem Zeichnerduo Kerascoët, ein Märchen für Erwachsene über Eitelkeit und Macht, In der Küche mit Alain Passard von Christophe Blain, das faszinierende Porträt eines Meisters der französischen Gemüseküche und unsere Edition von hochwertigen Sammelbänden mit Comics von Robert Crumb, der in diesem Jahr 70 geworden ist.Hubert ;  Kerascoët ;  Cosset, Sébastien  :  Schönheit

14.) Kannst Du was über Eure Pläne sagen?

Im nächsten Jahr kommen neue Comics von Zeichnerinnen und Zeichnern aus Deutschland heraus. Wir freuen uns auf den neuen Comic von Mawil, der im Juni 2014 kommen soll.
Auch das Programm mit Comics für Kinder bauen wir weiter aus, nachdem diese seit dem Start Anfang 2013 sehr gut angenommen worden sind.

15.) Für welchen Titel / Autor wünscht Ihr Euch einen größeren Erfolg?

Für alle!

 

 

Weitere Interviews in der Reihe führten wir mit David Basler, Edition Moderne sowie Johann Ulrich, avant-Verlag und Peter Graf, Metrolit.

»Der deutschsprachige Markt ist international wichtig, aber sicher noch entwicklungsfähig.« 15 Fragen an David Basler, Edition Moderne

foto_davidbaslerDavid Basler besucht etwas überraschend unser Unternehmen. Wir setzen uns zusammen in den Garten und sprechen über die Situation der Graphic Novel-Szene. Als einer der dienstältestens Grahic-Novel-Lektoren im deutschsprachigen Raum hat er schon einige Hypes in der Branche erlebt – und einige Flops beobachten können. Sehr lehrreich sind seine Ausführungen über die Letterer im deutschsprachigen Raum – er spricht mit großem Respekt vor den Kollegen, die diesen Job machen. Weil die deutsche Sprache mehr Worte macht als das Englische und Französische, braucht es für das Lettering eine besondere Kunstfertigkeit.

Im Interview, das wir anschließend per Mail führen, befragen wir ihn zu seinem Verlag und zu seinen Einschätzungen zur Position deutschsprachiger Autoren auf dem internationalen Markt.

Malet / Tardi: 120 Rue de la Gare1.) Den Verlag gibt es seit…?

1981

2.) Wie viele Mitarbeiter seid Ihr, wer macht das Programm?

Wir sind zwei Mitarbeiter, ich mache das Programm.

3.) Welche Kriterien habt Ihr für die Titelauswahl?

Der Titel muss uns gefallen.
Der Autor hat bereits bei uns veröffentlicht.
Die Edition Moderne war zuerst ein Fanprojekt. 10 Jahre lang hat jeder der 4 Gründer seine vorgeschlagenen Bücher selber bezahlt und dazu jährlich anteilmässig die Betriebskosten bezahlt.
Anfangs 90er Jahre haben sich dann die Comics als kommerziell erfolgreichstes Projekt durchgesetzt. In diesem Geiste werden heute noch die Titel ausgewählt: Es muss uns begeistern. Der Unterschied ist, dass wir heute als professionell geführter Betrieb nicht mehr alles machen können, was uns am Herzen liegt.

4.) Wie ist Euer Verhältnis Eigenproduktion / Lizenzübernahmen?

60% der Titel sind Lizenzen.

THomas Ott, R.I.P.5.) Exportiert Ihr Lizenzen, verkauft Ihr Eure Originalausgaben auch ins Ausland?

Ja, immer mehr.

Im Lizenzgeschäft ist Thomas Ott unser erfolgreichster Autor. Seine Bücher erscheinen in über 15 Sprachen. Obwohl Sprache ist nicht das richtige Wort, denn seine Geschichten sind stumm!
Aber mit seinen Horrorgeschichten in der speziellen Schabkartontechnik ist er global verständlich.

 

6.) Sagst Du ein paar Worte zur Entwicklung des deutschsprachigen Comics?

Die Akzeptanz der deutschsprachigen Titel ist durch die Einführung des Begriffes Graphic Novels markant gestiegen.

Satrapi, Marjane : Persepolis Gesamtausgabe7.) Wie wird der deutschsprachige Comic-Markt im Ausland eingeschätzt?

Ein wichtiger Markt, aber sicher noch entwicklungsfähig.

8.) Seit wann sprecht Ihr von Graphic Novels?

Seit 6 Jahren

9.) Ist die Entwicklung des Comic-/Graphic-Novel-Marktes gut für Euch?
Es gibt mehr Aufmerksamkeit für das Genre, aber auch mehr Wettbewerb…

Der Einstieg grosser, bekannter Verlag ist eine gute Sache und fördert die Bekanntheit des Genres.

10.) Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den Partnerverlagen rund um die Domain graphicnovel.info entwickelt?

Mit Avant und Reprodukt pflege ich regelmässigen Kontakt, und wir haben auch gemeinsame Messeauftritte.

Joe Sacco: Palästina11.) Was wünscht Ihr Euch von einer Neugründung wie uns? Was fehlt Euch?

Ich wünsche mir, dass unsere Titel nicht nur unter Graphic Novels gelistet werden, sondern auch unter dem Thema. Zum Beispiel PALÄSTINA  von Joe Sacco unter dem politischen Sachbuch.

12.) Zurück zu Eurem Programm: Was waren Eure größten Erfolge?

Persepolis von Marjane Satrapi mit über 100’000 verkauften Exemplaren in den verschiedenen Editionen (TB, HC, Süddeutsche Edition).

13.) Was sind aktuelle Schwerpunkte?

Wir planen im Frühjahr 2014 einen Schwerpunkt zum 1. Weltkrieg. Jacques Tardi, einer unser wichtigsten Autoren, beschäftigt sich schon lange mit dem Thema. Dazu hat Joe Sacco ein einzigartiges Panoramabild zur Schlacht an der Somme geschaffen, dass wir gemeinsam mit dem französischen Verlag Futuropolis zweisprachig herausbringen.

14.) Kannst Du was über Eure Pläne sagen?

Wir werden weiter politisch engagierte Graphic Novels aus aller Welt veröffentlichen und dazu auch deutschsprachige Autoren fördern. Jacques Tardi, meiner Meinung nach der wichtigste zeitgenössische Graphic Novel Autor Frankreichs, will ich auch im deutschen Sprachraum über die Comic-Kreise hinaus bekannt machen.
Dazu wird im LCB in Berlin im Januar 2014  Jacques Tardi in einer Ausstellung vorgestellt.

Kugler, Olivier : Mit dem Elefantendoktor in Laos15.) Für welchen Titel / Autor wünscht Ihr Euch einen größeren Erfolg?

Für Olivier Kugler: Mit dem Elefantendoktor in Laos. Olivier Kugler ist ein herausragender Zeichner und macht Comicreportagen u. a. für The Guardian, The New York Times, The New Yorker und Die Süddeutsche.
Dies ist sein erstes Buch überhaupt! Wir sind von seinem Talent überzeugt und gespannt, wie er bei den Leserinnen und Leser ankommt.

 

Weitere Interviews in der Reihe führten wir mit Johann Ulrich, avant-Verlag und Peter Graf, Metrolit.

»Wir probieren Bücher zu etablieren, die den Genrebegriff erweitern.« 9 Fragen an Peter Graf, Metrolit

Peter GrafIn unserer Reihe mit Verleger-Gesprächen sprechen wir heute mit Peter Graf, Metrolit.

Peter Graf erwische ich telefonisch in Zürich. Seitdem er seinen Verlag Walde + Graf als Imprint in die Berliner Verlagsneugründung Metrolit miteingebracht hat, pendelt er zwischen diesen beiden Hochburgen des Graphic Novel. So kosmopolit wie die beiden Städte ist auch das Graphic Novel-Programm, das er für Metrolit verantwortet.

1.) Metrolit gibt es seit dem Frühjahr. Wie war der Start?

MetrolitBei einer vergleichsweise großen Neugründung wie der unsrigen – wir sind mit 18 Titeln gestartet – sind die damit verbundenen Ziele nicht innerhalb weniger Monate zu erreichen. Und obwohl wir noch nicht in Gänze absehen können, welche unserer Entscheidungen richtig sind, welche korrigiert werden müssen, lässt sich sagen, dass unser Start sehr gut gewesen ist.
Die Resonanz auf unsere Bücher ist erfreulich, und wir haben es innerhalb kurzer Zeit geschafft, den Verlagsnamen und das Programm so zu kommunizieren, dass es als relevant und erfrischend anders wahrgenommen wird. Trotzdem wissen wir, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, um unseren Verlag zu konsolidieren und langfristig zu einer festen Größe im Buchhandel zu machen.
Aber schon jetzt, mit dem zweiten Programm, scheinen sich einzelne Titel hervorragend zu entwickeln und auch kommerziell erfolgreich zu sein. Der Roman Blutsbrüder – Ein Berliner Cliquenroman von Ernst Haffner beispielsweise, eine Wiederentdeckung, die im Vorfeld für viel Furore sorgt, und schon vor der Auslieferung in die zweite Auflage geht.

2.) Wie habt Ihr das Programm von Walde + Graf integriert?

David Rees: Die Kunst einen Bleistift zu spitzenWALDE + GRAF ist faktisch ein Label von Metrolit. Ich programmiere dort jährlich ca. 12 Titel: Graphic Novels, illustrierte Romane und Bücher wie Die Kunst einen Bleistift zu spitzen von David Rees, ein originelles und sehr unkonventionelles Sachbuch, das unseren Anspruch unterstreicht, besondere Bücher zu machen, die inhaltlich und formal eigenständig sind.
Das gilt aber für das gesamte Metrolit-Programm und womöglich ist es für die Buchhändler, für die Leser und die Rezeption gar nicht so relevant, ob ein Buch nun von WALDE + GRAF oder von Metrolit ist. Denn programmatisch sind die Grenzen oft fließend. Meine Kollegen und ich haben sehr ähnliche Vorstellungen und gemeinsam arbeiten wir an dem Ziel, Metrolit zu einer Erfolgsgeschichte zu machen. Dabei hilft der gute Ruf, den WALDE + GRAF sich in den zurückliegenden Jahren erarbeiten konnte.

3.) Wie viele Mitarbeiter seid Ihr, wer macht das Programm?

Lars Birken-Bertsch ist für das Marketing verantwortlich, Marie Claire Lukas für die Pressearbeit, unsere Volontärin, Karin Sauerwald, betreut insbesondere den Bereich Social Media. Das Programm verantworten Bärbel Brands (internationale und deutschsprachige Literatur) und Thorsten Schulte (Sachbuch). Last but not least gehört Tom Erben zu unserem Team. Er bringt als Geschäftsführer seine Erfahrungen ein, hält Kurs und steuert uns durch das mitunter schwierige Fahrwasser einer nicht ganz einfachen Branche.

4.) Welche Kriterien habt Ihr für die Titelauswahl im Bereich Graphic Novel? Wie positioniert Ihr euch auf dem Markt, in dem es hervorragende alteingesessene Labels sowie eine zunehmende Zahl von Graphic Novel-Einzeltiteln bei den klassischen Literaturverlagen gibt?

Helmut Wietz: Der Tod von AdornoMit Reprodukt, Avant, der Edition Moderne und dem sehr viel größeren Carlsen Verlag usw. gibt es erfahrene und hervorragende Mitbewerber, die über viele Jahre ihre Programme entwickelt haben. Dasselbe zu tun wie sie, wäre wenig sinnvoll.

Wir probieren Bücher zu etablieren, die den Genrebegriff erweitern. Der Tod von Adorno oder We are Gypsies now sind Beispiele dafür. Beides sind keine klassischen Comics oder Graphic Novels. Letzteres ist ein gezeichnetes und Illustriertes Tagebuch, Helmut Wietz hat mit Der Tod von Adorno ein Buch geschaffen, das sich aus dem Zitatenschatz der Superheldencomics und der Pop Art bedient und sich ansonsten um die Lesegewohnheiten von Comic-Lesern wenig schert. Er hat vor über vierzig Jahren mit der Arbeit an dem Buch begonnen und es erst jetzt fertig gestellt. Ein unkonventionell erzähltes Stück Deutscher Geschichte, das kontrovers  besprochen worden ist. Es gab euphorische Besprechungen und Verrisse. Der Titel hat die Gemüter also bewegt.
Außerdem mag ich Geschichten, die ein Thema aufgreifen, das sich möglichst breit kommunizieren lässt. Chester Browns Ich bezahle für Sex oder Mein Freund Dahmer von Derf Backderf sind Bücher, mit denen wir in der Presse auf große Resonanz gestoßen sind. Sie wurden im Feuilleton ebenso besprochen wie in Magazinen wie „Der Spiegel“ oder im Radio. Ich bezahle für Sex war Thema bei „Menschen bei Maischberger“, und unser Comic zum 17. Juni 1953 von Kitty Kahane hat es sogar in die Hauptsendung der „Tagesschau“ geschafft.

5.) Ihr werdet Euch den hiesigen Comic-Markt angesehen haben. Sagt Ihr ein paar Worte zur Entwicklung des deutschsprachigen Comics?

Wir haben im laufenden Programm drei deutschsprachige Comics publiziert, aber wir sind weit entfernt davon, uns in diesem Segment etabliert zu haben. Uns fehlen auch die Erfahrungen, auf die die Kollegen der anderen Verlage zurückgreifen können. Sicher ist es aber so, dass es zahlreiche Künstler gibt, die sich etabliert haben, und es sind im laufe der Jahre viele neue Themen und Stile hinzugekommen: Der deutschsprachige Comic ist vielfältiger und eigenständiger geworden.  Das ist spannend und schafft Möglichkeiten. Allerdings steht das mediale Interesse, das überdurchschnittlich ist, in einem gewissen Missverhältnis zu den tatsächlichen Verkäufen. Der Buchreport hat beispielsweise im Juli die aktuelle Bestsellerliste für Graphic Novels veröffentlicht. Unsere Titel lagen auf Platz 1, 5 und 8. Wäre das die Spiegel-Bestsellerliste, wären wir saniert. So ist es mehr ein Zeichen dafür, dass die eigene Arbeit sowie die Auswahl der Titel, richtig ist. Aber hinsichtlich der Verkaufszahlen ist da noch Luft nach oben.

6.) Wie wird der deutschsprachige Comic-Markt im Ausland eingeschätzt? Welche Erfahrungen habt Ihr bei Euren Lizenzgesprächen gemacht?

Diese Frage kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Es gibt im Ausland Interesse an einer unserer Graphic Novels. Wir freuen uns, wenn wir eine Lizenz vergeben können, aber empirisch Buchstabiert sich anders, uns fehlen da die Erfahrungen.

7.) Was werden Eure Spitzentitel im Herbst? Kann man schon was sehen?

Bell, Gabrielle  :  Der VoyeurDer Voyeur von Gabrielle Bell, der Titel erscheint im September, ist ein Abbild der Generation 30+. Schonungslos und humorvoll fügt Gabrielle Bell aus unterschiedlichsten Episoden ein Bild unserer Zeit zusammen, indem sie aus ihrem Leben und dem ihrer Freunde erzählt. Als Leser gibt man sich dem Kitzel, als Voyeur am Schicksal anderer teilzunehmen, nur allzu gern hin. Aber Vorsicht: Die Kunst Bells besteht darin, dass jeder Blick durchs Schlüsselloch eher dem in den eigenen Spiegel gleicht. Und so fühlen sich alle ertappt und gleichzeitig erleichtert. Chris Ware und Art Spiegelman haben das Buch sehr positiv aufgenommen.
Ware sagt: »Der Voyeur ist das Werk einer reifen Autorin, Bell die wohl aufrichtigste Erzählerin ihrer Generation. Ich liebe dieses Buch.« Spiegelman hält es derzeit für eines der besten autobiographischen Comics.

Vance, James ;  Burr, Dan E. :  Auf dem DrahtseilSoeben ist Auf dem Drahtseil von James Vance und Dan E. Burr erschienen.
Auf dem Drahtseil erzählt die Geschichte des jungen Fred Bloch, der als Assistent des Entfesselungskünstlers Gordon Corey arbeitet. Corey ist die Hauptattraktion eines großen Wanderzirkus, der durch die USA tourt. Aber der Held hat viele dunkle Seiten. Alkoholmissbrauch, Selbstzweifel und die Geister der Vergangenheit holen ihn ein. Bloch steht ihm bei so gut es geht, aber auch er trägt ein Geheimnis mit sich, das sein Leben zerstören kann. Er sympathisiert mit den Kommunisten und gerät in kriminelle Kreise. Auf dem Drahtseil ist ein episch erzähltes Drama, das in kunstvoll gezeichneten Schwarzweiß-Bildern und sehr virtuos die gesamte Bandbreite narrativen Erzählens auslotet. Für ihr letztes Buch Kings of Disguise erhielten James Vance und Dan E. Burr den renommierten »Eisner-Award«. Es wurde vom Guardian zu einem der 10 wichtigsten Comic-Publikationen aller Zeiten gewählt. Und auch Auf dem Drahtseil wird von der US-amerikanischen Presse gefeiert. „Das Werk erschafft eine Geschichte epischen Ausmaßes, die es sogar mit so manchem Literatur-Klassiker aufnehmen kann“, schreibt Zuckerkick.

8.) Kannst Du was über Eure Pläne sagen?

Wir werden probieren, die hier beschriebenen Programmbereiche auszubauen und den Bereich Graphic Novel zu einem festen Bestandteil unseres Programms zu machen. Wir planen wie gehabt mit ca. vier bis sechs Titel jährlich. Kontinuität und Originalität sind uns da wichtiger als das Programm auszuweiten.

9.) Welche Wünsche an einen Online-Shop wie Novel Graph habt Ihr?

Für uns ist es wichtig, dass der Handel unsere Bücher weiterempfiehlt. Ich sehe bei einem Shop, so wie ihr ihn denkt, die Chance, dass Leser und Handel wieder direkter miteinander in Kontakt treten. Ihr baut eine Plattform auf, die ein von euch favorisiertes Sortiment vorstellt, ihr sprecht Empfehlungen aus, bietet unseren Büchern, sofern sie euch gefallen, eine Öffentlichkeit, die über die reine Präsenz oder Verfügbarkeit hinausgeht. Das ist eine Form der unabhängigen Vermittlung, die sehr wesentlich ist. Wir können immer behaupten, dass unsere Bücher gut und wichtig sind, glaubwürdiger ist die Meinung und das Engagement Dritter. Sollte es also irgendwann so sein, dass dem comic-interessierten Publikum eure Seite als Referenz dient, wenn es darum geht, sich über Comics zu informieren und die Bücher über euch zu beziehen, wäre das eine Entwicklung, die allen gut tut. Die Möglichkeiten, Titel Online zu inszenieren sind fantastisch, und diese Form kommt dem Genre auch sehr entgegen, denn komplexe Bildinhalte lassen sich auf einer Vorschauseite einfach nicht darstellen. Insofern wünsche ich mir Präsentationsformen, die neue Wege gehen und innovativ die reine Shopfunktion mit der Vermittlung von Inhalten kombiniert.

Mehr Informationen über den Verlag und viel Hintergrund zum schönen Programm gibt es auf der Webseite: www.metrolit.de.

Weitere Interviews in der Reihe führten bislang wir mit Johann Ulrich, avant-Verlag und David Basler, Edition Moderne.

»Entscheidend im Global Village ist allein die Qualität der Titel.« 15 Fragen an Johann Ulrich, avant-Verlag

Johann Ulrich, avant-VerlagIn unserer Interview-Reihe mit Machern der deutschsprachigen Graphic-Novel-Szene sprachen wir mit Johann Ulrich. Der Verleger des avant-Verlags nahm sich die Zeit für ein ausführliches Telefonat, obwohl er kurz vor Fertigstellung des neuen Buches von Florent Silloray war: Auf den Spuren Rogers heißt das mit großer Spannung erwartete Werk.

 

1.)    Den Verlag gibt es seit…?

Ricci,Stefano ;  Giandelli,Gabriella  :  anita2001 sind die ersten beiden Titel im avant-verlag erschienen. Dieses Jahr sind wir also schon im 13. Betriebsjahr.

Der erste Titel war „anita“ von Stefano Ricci & Gabriella Giandelli.
Wir planen von beiden Autoren Titel für die kommenden Jahre.

 

 

2.)    Wie viele Mitarbeiter seid Ihr, wer macht das Programm?

Wir sind zu viert und planen gemeinsam das Programm.

3.)    Welche Kriterien habt Ihr für die Titelauswahl?

Neben den üblichen Kriterien wie Autorenpflege, Fortsetzung von Serien ist für uns insbesondere die Thematik einer Graphic Novel von Interesse. Deshalb befinden sich sehr viele Titel mit zeitgeschichtlichen oder politischen Themen im Programm. Das ist ein wichtiger Bestandteil unseres Angebots und auch ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche.

4.)    Wie ist Euer Verhältnis Eigenproduktion zu Lizenzübernahmen?

Unser Ziel ist es, ein Drittel Eigenproduktionen und zwei Drittel Lizenzübernahmen zu etablieren.
In manchen Halbjahresprogrammen haben wir das in der Vergangenheit bereits erreicht – das ist bemerkenswert, da die Fülle an talentierten deutschsprachigen AutorInnen enorm zugenommen hat.

5.) Exportiert Ihr Lizenzen, verkauft Ihr Eure Originalausgaben auch ins Ausland?

Ja.

6.)    Sagst Du ein paar Worte zur Entwicklung des deutschsprachigen Comics?

Lust, Ulli : Heute ist der letzte Tag vom Rest deines LebensDank einer Generation von deutschen Comicpionieren, die zunehmend auch an den Hochschulen als Professoren tätig sind (z. B. Anke Feuchtenberger, Henning Wagenbreth, Hendrik Dorgathen, ATAK etc.), passiert seit einigen Jahren sehr viel hierzulande. Eine Vielzahl von AutorInnen kommen aus diesen Hochschulen und bereichern die Szene.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist vielleicht sogar die lückenhafte Comictradition in Deutschland, denn dadurch entwickeln sich viel mehr individuelle Zeichenstile und Erzählweisen. Ein Umstand der auch für den Erfolg im Ausland wichtig ist.

AutorInnen wie Birgit Weyhe, Marijpol, Simon Schwartz oder Ulli Lust konnten bereits in mehrere Länder exportiert werden. Eine erfreuliche Entwicklung, die wohl vor einigen Jahren noch nicht absehbar war.

7.) Wie wird der deutschsprachige Comic-Markt im Ausland eingeschätzt?

Derzeit sehr wohlwollend. Es besteht ein großes Interesse an deutschsprachigen AutorInnen – entscheidend im Global Village ist allein die Qualität der Titel und nicht das Herkunftsland. Wobei man schon sagen muss, dass aus Deutschland sehr innovative BilderzählerInnen kommen.

8.) Seit wann sprecht Ihr von Graphic Novels?

Ich persönlich benutze diesen Begriff schon seit sehr langer Zeit, da ich beruflich mit dem Import von US-Comics zu tun hatte und der Terminus Graphic Novel in den USA schon seit Jahrzehnten geläufig ist.

9.) Ist die Entwicklung des Comic-/Graphic-Novel-Marktes gut für Euch?
Es gibt mehr Aufmerksamkeit für das Genre, aber auch mehr Wettbewerb…

Insgesamt ist die Entwicklung durchaus positiv.

10.) Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den Partnerverlagen rund um die Domain graphicnovel.de entwickelt? 

Das läuft reibungslos – man kennt sich ja schließlich seit Jahren und teilt ein gemeinsames Ziel.

11.) Was wünscht Ihr Euch von einer Neugründung wie uns? Was fehlt Euch?

Eine Plattform, die Interviews mit Autoren, Hintergründe zu den Büchern etc. bereitstellt, könnte eine gute Erweiterung der einschlägigen Infoseiten darstellen. Darauf freue ich mich.

12.) Zurück zu Eurem Programm: Was waren Eure größten Erfolge?

Schwartz, Simon : PackeisHeute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens (Ulli Lust)
Berlin – Geteilte Stadt (Susanne Buddenberg & Thomas Henseler)
drüben!      (Simon Schwartz)
Die Katze des Rabbiners   (Joann Sfar)
Fünftausend Kilometer in der Sekunde (Manuele Fior)
Packeis (Simon Schwartz)
5 Songs (Gipi)

 

 

13.) Was sind aktuelle Schwerpunkte?

In diesem Jahr die (Künstler-)Biografien zu Munch und Kurt Schwitters, beide aus dem Norwegischen. Dazu noch eine Stieg Larsson Biografie, welcher dieser Tage erschienen ist.
In Vorbereitung im Moment ist der Titel „Kongo“ über Joseph Conrads Reise in das Herz der Finsternis. Also Biografien, Zeitgeschichte und allesamt mit einer politischen Dimension – das ist unser Schwerpunkt.

14.) Kannst Du was über Eure Pläne sagen?

Neben weiteren Graphic Novels könnte ich mir vorstellen, eine Art Klassikerreihe zu eröffnen. Es gibt noch viele herausragende Comic-Schätze zu heben, welche noch nie in deutscher Sprache verlegt wurden…  Einige der wichtigsten Autoren sind hierzulande nicht erhältlich – ein Umstand, den wir gerne ändern möchten.

Darüber hinaus interessiert sich avant für „Grenzgänger“ zw. Kunst und Comic, Fotografie & Comic etc. Auch hier sind einige Projekte in Vorbereitung.

15.) Für welchen Eurer Titel bzw.  Autoren wünscht Ihr Euch einen größeren Erfolg?

Fior, Manuele : Die ÜbertragungInsbesondere für unsere deutschen Autoren, denn hier wäre es wichtig, in Dimensionen, sprich höhere Auflagen, vorzustoßen, die es möglich machen, dass man von seiner Comic-Arbeit leben kann. Das ist derzeit noch die absolute Ausnahme, und von den Buchverkäufen allein  gelingt das wohl nur einer Handvoll deutscher Autoren.

Entdecken Sie die Arbeiten von Marijpol, Birgit Weyhe, Sophia Martineck, Paula Bulling u. a.
Es lohnt sich!

Mein persönliches Lieblingsbuch derzeit ist Manuele Fiors wunderbarer neuer Titel Die Übertragung – ein absolutes Muss für JEDEN.

Vielen Dank für die Antworten!

Gerne.

 

Mehr Informationen über den avant-Verlag und viele, viele Leseproben gibt es auf der Webseite des Verlags.

Weitere Interviews in der Reihe führten bislang wir mit Peter Graf, Metrolit und David Basler, Edition Moderne.

Derf Backderf: Mein Freund Dahmer. Biographien in der taz

Backderf, Derf ;  Pannor, Stefan  :  Mein Freund DahmerDie taz schreibt über 2 biographische Graphic Novels von Derf Baackderf und Birgit Weyhe und stellt dazu Metrolit und Avant vor:

»Metrolits bisheriges Graphic-Novel-Programm zeichnet sich durch Anspruch und eine gewisse Schwere aus, soziale und politische Themen dominieren. Es geht um Aussteiger, 68er, den Aufstand vom 17. Juni 1953. Erzählung und Inhalt gehen hier häufig vor Ästhetik, der Text ist wichtiger als die Grafik.

Mit dieser Ausrichtung ähnelt Metrolit dem kleinen Avant-Verlag, der schon seit über elf Jahren den schweren Weg geht, die immer noch kleine Leserschaft von ernsten Graphic Novels zu bedienen. Er setzt dabei allerdings stärker ästhetische Akzente.«

Derf Backderf: Mein Freund Dahmer, erschienen bei Metrolit, gibt es für 22.99 EUR.

Jeffrey Dahmer (The Milwaukee Monster) war ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn Männer tötete. Erzählt wird seine Geschichte bis zum ersten Mord aus Sicht von Derf Backderf, der mit Dahmer zur Highschool ging.

Weyhe, Birgit ;  Ulrich, Johann  :  Im Himmel ist JahrmarktAls ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens – selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen.
Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf.

Birgit Weyhes großes Werk Im Himmel ist Jahrmarkt umfaßt 280 Seiten, ist erschienen bei Avant und kostet 22 EUR.

Graphic Novel-Verlage aus Deutschland

Die deutschsprachige Comic-Verlags-Landschaft ist erfreulich breit ausgelegt. Neben etablierten Comic-Fach-Verlagen erscheinen mehr und mehr Graphic Novels in den klassischen Buchverlagen, manchmal als Titel innerhalb des literarischen Programms, zunehmend aber auch als eigene Reihen oder Imprints.

Neben Carlsen und Ehapa, die bereits seit den 60er Jahren Deutschland mit Asterix, Micky Maus, Tim & Struppi und Lucky Luke versorgen, ist der dritte dicke Fisch auf dem Markt Panini, seitdem sie vor gut 10 Jahren den Dino Verlag kauften. Obwohl alle drei einen Großteil ihres Geschäfts mit Serien machen – in den letzten Jahren natürlich auch mit Mangas – , erscheinen bei ihnen aber auch relevante Einzelwerke. Egmont Ehapa hat zur besseren Präsentation jetzt das Label Egmont Graphic Novel gegründet.

Bei Martin, George R. R. ;  Patterson, Tommy ;  Abraham, Daniel  :  Game of Thrones - Das Lied von Eis und FeuerCarlsen erscheinen viele der großen französischen Autoren, aber auch Reinhard Kleist und Jiro Taniguchi, bei Panini kommen unter anderem die Watchmen-Titel von Alan Moore und George R. R. Martins Game of Thrones.

Seit den 80er Jahren wurden dann einige bis heute sehr relevante Comic Independent Verlage gegründet, die bis heute mit starken Autoren und Titeln aufwarten.

 

 

Der älteste Satrapi, Marjane : Persepolis Gesamtausgabeder Independents ist wohl die Edition Moderne aus Zürich, die seit den frühen 80er Jahren Comics und Graphic Novels verlegen, unter anderem José Antonio Muñoz, Jacques Tardi und – ein Riesenerfolg – Persepolis von von Marjane Satrapi.

Herausragend der Reprodukt Verlag aus Berlin, der im Jahr 20 – 25 Titel herausgibt – dort wurden viele deutschsprachige Künslter entdeckt, aber auch internationale Top-Titel wie die Blast-Serie von Manu Larcenet oder Chris Wares Jimmy Corrigan.

 

Kverneland, Steffen  :  Munch

Ebenfalls aus Berlin kommen die KollegInnen vom Avant-Verlag, die unter anderem hochkarätige Künstlerbiographien publizieren – zuletzt eine Schwitters- und eine Munch-Biographie.

2001 wurde Cross Cult gegründet – wo ebenfalls u.a. Titel von Alan Moore sowie von Frank Miller erscheinen.

2009 wurde in der Schweiz Walde + Graf gegründet. Das Label brachte schöne Titel, u.a. Die Monkey Wrench Gang mit Illustrationen von Robert Crumb, und wird nun als Imprint im Programm des jungen Berliner Verlags Metrolit fortgeführt.

Knesebeck in München verlegt insbesondere Graphic-Novel-Biographien und Literatur-Adaptionen. Herauszuheben ist das große Proust-Projekt von Stéphane Heuet.

Viele Titel der genannten Verlage sind in den letzten zwei Jahren in 3 großen Staffeln des Buchverlags der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek Graphic Novels Krimi 8 Bände im Paket

Wir möchten einige der Macher in den Labels in den nächsten Wochen über ihre Unternehmen, ihre Pläne und ihren Blick auf den Graphic Novel-Markt interviewen.