Das Comic Festival Hamburg geht in die achte Runde

Seit 2006 gibt es in Hamburg das nichtkommerzielle Festival, das sich vor allem dem deutschen und internationalen Independent-Comic widmet.

317643_0In diesem Jahr verspricht es besonders interessant zu werden, denn das Festival wartet ab dem 03. Oktober mit gleich drei internationalen Gästen auf: Die israelische Künstlerin Rutu Morgan stellt ihr neuestes Werk Das Erbe vor, Geneviève Castreés aus Kanada zeigt ihre kurz vor dem Festival erscheinende Graphic Novel Ausgeliefert und Peggy Adam (Frankreich) präsentiert ihren Debüttitel Luchadoras.

Im Programmheft heißt es außerdem: »Das allgemeine Interesse am Medium Comic ist zweifellos gestiegen.

Abseits dieser gewachsenen Aufmerksamkeit gibt es viele Künstler und Kollektive, die neue grafische und erzählerische Wege gehen, aber selten den Weg in eine breite Öffentlichkeit finden. Wir möchten gerade auch dem Nachwuchs eine Plattform bieten, neue Querdenker mit erfahrenen Comic-Machern zusammenbringen, und dabei eine gut sortierte Auswahl der aktuellen Comiclandschaft präsentieren«

luchadorasUnd so kann man schon vor Beginn des Festivals, nämlich ab kommenden Freitag, dem 27.09., die »Satelliten«-Ausstellungen von jungen, weitgehend unbekannten Künstlern besuchen.  Zu finden sind sie in Läden, Lokalen und Werkstätten in St. Pauli sowie im Schanzen- und Karoviertel.

Auf dem Festival selbst gibt es dann Führungen durch die »Satelliten«, aber auch Ausstellungen, z.B.  von der  Kasseler Künstlergruppe Rotopol und Studenten der HAW Hamburg, sowie Lesungen und Workshops für Erwachsene und Kinder.  

Das Comic Festival Hamburg findet vom 03. bis 06. Oktober statt. Mittelpunkt ist das Festivalzentrum im »Kölibri« am Hein-Köllisch-Platz in Hamburg St. Pauli.

»Das Geziemende im Schrecklichen«, die Süddeutsche Zeitung über Derf Backderf: Mein Freund Dahmer

Burkhard Müller zeigt sich sehr angetan von Derf Backderfs »Mein Freund Dahmer«. Die Graphic Novel habe etwas ganz Besonderes geschafft: »die Verschränkung eines Kunstwerks in ein Werk der Sühnung«. Die ganze Rezension gibt es hier.

Jeffrey Dahmer (»The Milwaukee Monster«) war ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn Männer tötete. Erzählt wird seine Geschichte bis zum ersten Mord aus Sicht von Derf Backderf, der mit Dahmer zur Highschool ging.

 

 

Mein Freund Dahmer

Aus dem Band »Mein Freund Dahmer«

 Derf Backderfs Mein Freund Dahmer ist erschienen bei Walde+Graf bei Metrolit, umfasst 224 Seiten und kostet 22.99 EUR.

Die Comic-Welt in Berlin: Alle da beim Graphic Novel Day 2013

ATAK, Dominique Goblet, Aisha Franz im Gespräch mit Lars von Törne

ATAK, Dominique Goblet & Aisha Franz im Gespräch mit Lars von Törne

Elegant gehängt: Die Ausstellung Berliner Comic-Künstler

Elegant gehängt: Die Ausstellung Berliner Comic-Künstler

Der Graphic Novel Day am 8. September überzeugte mit einem großartigen Programm. Die Veranstaltung war Teil des Internationalen Literaturfestivals Berlin, und die Organisatoren hatten sehr umsichtig insgesamt vier Panels besetzt. Diskutiert wurde über Humor im Comic, über die Literaturadaption als Genre, über die Grenzen der Graphic-Novel-Kunst und über den künstlerischen Umgang mit der Realität im Werk.

Begleitet wurde der Tag durch eine ebenfalls sehenswerte, elegante Ausstellung mit viel Material von Berliner Comic-Künstlern, die Moderation aller Diskussionen übernahm der so sachkundige wie eloquente Lars von Thörne.

 

Internationales Literaturvestival: Gabi Beltrán (mit Übersetzerin, Ville Tietäväinen, Kati Rickenbach und Ulli Lust

Internationales Literaturvestival: Gabi Beltrán aus Spanien (mit Übersetzerin), der Finne Ville Tietäväinen, die Schweizerin Kati Rickenbach und die Österreicherin Ulli Lust

Ein Thema wurde auf allen Podien diskutiert: Ist die im Comic-Manifest geforderte Förderung der Comics richtig und sinnvoll, oder nicht. Die Meinungen dazu waren durchaus kontrovers. Mich hat besonders das großartige Projekt des Finnen Ville Tietäväinen beeindruckt (kommt im nächsten Jahr unter dem Titel »Unsichtbare Hände« auch auf deutsch): Die Graphic Novel beschreibt aus der Sicht eines nordafrikanischenn illegalen EU-Immigranten das Leben in der EU. Das sehr aufwändig recherchierte Buch wäre ohne staatliche Hilfe wohl nicht entstanden.

Etwas erfinden in einer autobiographischen Geschichte? Darf man das?

Im Rückblick: Etwas erfinden in einer autobiographischen Geschichte? Darf man das?

Autobiographie in der Graphic Novel – das Thema wird anders diskutiert als in der geschriebenen Literatur. Offenbar ist die Beschäftigung mit dem eigenen Leben nicht nur ein geeignetes Sujet für Graphic Novel-Autoren (vielleicht erleben sie mehr als andere Schriftsteller?), auch die Verarbeitung der Erinnerung in Bildern, die Auslassungen, die Komposition und die Erfindungen sind offensichtlich von einer eigenen Relevanz. Die Formel von Ulli Lust, Kati Rickenbach und Lars von Thörne: Man darf erfinden, wenn es dem Leser oder dem Stoff dient; nicht aber, um es sich selbst leicht zu machen.

Manuele Fior und seine treue Assistentin

Manuele Fior und seine treue Assistentin

Signiert wurde netterweise auch noch – die schönste Zeichnung des Tages erhielt ich von dem grandiosen Manuele Fior, der seiner Familie für ein paar Tage seine alte Wahlheimat zeigte.

Beeindruckend die Kollegialität, Entspanntheit und das Wohlwollen der Künstler, die ihr Publikum in Wort und Bild in einem anspruchsvollen Programm durch den Tag brachten.

»Ich muss bei dem neuen Buch sehr mutig sein.« Ulli Lust im Gespräch mit Novel Graph, Teil 3

electrocomics

Ich wechsle etwas das Thema: Du hast nicht nur eine sehr, sehr schöne Webseite, sondern Du machst auch noch Deinen Verlag electrocomics. Der ist nichtkommerziell, oder hat es einen kommerziellen Aspekt, den ich noch nicht verstanden habe?

Er ist natürlich nichtkommerziell. Ich hatte zunächst einen eigenen Printverlag – der war wahnsinnig anstrengend. Dann kam die Idee, dass man Comics am Bildschirm machen könnte. Ich fand es so einfach, es zu machen. Ich hatte ein NaFöG-Stipendium, und habe dieses Liebhaberprojekt angefangen. Ich wusste, wie man eine Webseite programmiert, und hatte Bekannte, die Comics machen.

Ursprünglich hatten wir die Illusion, dass, wenn die Leser 50 Cent zahlen, genauso viel rüberkommt, wie bei einem normalen Verlag. Es gab 2005 noch nicht das große Interesse, Comics zu verlegen. Es gab drei Verlage, und wenn die dein Buch nicht machen wollten, standest Du blöd da. Es gab keine ausreichenden Publikationsmöglichkeiten, deshalb fanden wir die Idee gut, uns etwas autonomer zu machen.

Allerdings: Es hat sich herausgestellt, dass die Leser im Internet nicht zahlen wollen.

Wie ist das mit den Crowdsourcing-Projekten in den USA?

Die funktionieren gut. Ich habe an einem feministischen Comicprojekt mitgemacht – es hieß The Big Feminist But -, und die haben ziemlich schnell ihr Goal erreicht.

Und Electrocomics machst Du weiter?

Ja, es macht mir Spaß. Ich mache gerne Bücher. Ich mache gerne Layouts und rede mit den anderen, was man besser machen könnte.

Ich muss nicht jeden Monat etwas Neues machen. Die Leser, die bei electrocomics reinschauen, wissen, dass es eine Selektion ist. Es kommt nicht jeder Comic rein. Wenn ich ein wirklich gutes Buch sehe und der Autor stellt es zur Verfügung, wird es hochgeladen. Weil ich international viele Comic-Zeichner kenne, findet sich immer etwas. Die Übersetzungen sind das größte Problem – da hätte ich gerne ein paar Subventionen.

Na ja, das wäre ja zum Beispiel ein Vorschlag für die im Manifest angesprochenen Hilfen.

Electrocomics gibt auch einen guten Grund, bei den jungen Zeichnern reinzuschauen. Das bereichert mein Leben.

Pläne

Gibt es weitere Projekte, über die schon sprichst?

Ulli Lust Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens

»Ich zeichne schon an einem neuen Comic. Es wird eine Fortsetzung der Autobiographie Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens.«

Na ja, ich zeichne schon an einem neuen Comic. Es wird eine Fortsetzung der Autobiographie Heute ist der letzte Tag…. Ich habe halt noch etwas erlebt. Eigentlich plane ich eine Trilogie, und das ist der zweite Teil.

Aber ich muss bei dem neuen Buch sehr mutig sein.

Ich fand, bei dem ersten Buch musstest Du auch schon sehr mutig sein…

Aber bei dem neuen Buch schaue ich wahnsinnig langweilig und piefig aus. Mit Brille und farblos und so – es ist irrsinnig peinlich, sich so zu zeigen. Es ist einfacher, sich als wildes Chick zu zeigen. Man will ja cool sein. Und dieses Mädchen war eindeutig cool, obwohl sie auf der anderen Seite ziemlich naiv war. Aber es hat Spaß gemacht, das nachzuempfinden. Damals war es unangenehm, aber im Nachhinein…

Bei dem neuen Buch versuche ich wieder Anschluss an die Gesellschaft zu finden, ein guter Mensch zu sein. Als 17jährige wollte ich das Gegenteil von der Gesellschaft sein.

Die Amerikaner finden das erste Buch auch cool, oder? Oder hast Du nur einen großen Fan bei Publishers Weekly?

Publishers Weekly, New York Times… – ich habe gute Presse, und bin gerade erst in 2 Kategorien für den Ignatz Award, einem Preis für Independent Graphic-Novels, nominiert worden…

Ich haben das Gefühl, in Amerika vielleicht noch besser aufgenommen zu werden als in Europa. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass ich mich von den amerikanischen Comics inspirieren lasse, und nun scheint etwas zurück. Und: Es gibt ja auch in Amerika viele junge Frauen, die ausbrechen wollen aus dem Klischee-Frauenbild.

Signierte Bücher

Ulli Lust hat für Euch Bücher signiert.
Wer schnell ist, kann sie in unserem Shop erstehen.

 

Heute_signiert 001flughunde_signiert 001

Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens

Ulli Lust: Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens
signiertes Exemplar
450 Seiten
avant Verlag
29.95 EUR

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Ulli Lust / Marcel Beyer: Flughunde
signiertes Exemplar
350 Seiten
Suhrkamp Verlag
24.99 EUR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 1 des Gesprächs:
»Es muss einen Sinn haben, ein Buch zu adaptieren.«

 

 

»Film ist so gefangen in der Realitätsnachahmung. Die Zeichnung gar nicht.« Ulli Lust im Gespräch mit Novel Graph, Teil 2

Käufer- oder Anbietermarkt

Im Graphic Novel-Bereich haben die deutschsprachigen Künstler international im Moment einen deutlich stärkeren Stand als bei den geschriebenen Büchern.

Es gibt auf jeden Fall einige Künstler, die internationale Lizenzen bekommen. Deutsche Zeichner, die hier nicht gedruckt werden, werden in Frankreich gedruckt. Der Markt ist extrem aufgebrochen.

Haben wir hierzulande auch einen Käufermarkt, oder nur einen Anbietermarkt?

Ich bin gespannt. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Massen anziehe. Andererseits: Die Medien helfen mir.

Das was Du machst, ist dafür länger haltbar. Die Titel haben eine längere Laufzeit.

Ja, das kann sein.

Suhrkamp

Und Suhrkamp? Wie siehst Du die aktuellen Nachrichten?

suhrkamp

»Ich mag den Suhrkamp-Verlag unheimlich gerne. Die haben sich wirklich im Interesse der Autoren benommen.«

Ich betrachte die Entwicklung sehr locker. Ich habe ja sonst nur mit Kleinverlagen zu tun, deren Existenz am Leben eines einzigen Verlegers hängt: Wenn der einen Herzinfarkt bekommt, ist der Verlag tot.

Wird denn Suhrkamp ein Graphic Novel-Verlag?

Warten wir das mal ab. Sie sind auf jeden Fall gut gestartet. Sie haben es angemessen gemacht. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Suhrkamp ist nicht der Verlag, der Sachen anfängt und gleich wieder sein lässt.

Ich mag den Verlag unheimlich gerne. Die haben sich wirklich im Interesse der Autoren benommen. Sie sind tatsächlich ein Autorenverlag – was fast surreal erscheint bei dieser Größe. Da hab ich schon Glück gehabt.

Es ist toll, dass sich die Verlagslandschaft so entwickelt hat.

Den Stoff organisieren

Jetzt hast Du zwei große Arbeiten geschafft. Wie organisierst Du das viele Material?

Vorher sage ich immer, es werden 250 Seiten. Dann lasse ich dem Comic den Platz, den es braucht. Jetzt sind es 360 und 460 Seiten. Mit den 250 komme ich meistens nicht durch. Aber ich mag dicke Bücher: 250 sind das Minimum, das ich anstrebe. Das klassische Album-Format ist mir viel zu dünn.

Und entwickelst Du die von vorne nach hinten?

Ja, immer. Ich arbeite immer von vorne nach hinten und dann fange ich wieder von vorne an. Ich glaube, es ist ganz wichtig für den Fluss der Geschichte, dass man die Linearität einhält.

Zuerst habe ich mir natürlich die Szenen aufgeschrieben, die unbedingt wichtig sind, dann unterstreiche ich die Texte, die ich unbedingt übernehmen möchte, dann habe ich ein Buch, in dem alles blau und rot unterstrichen ist – das eine ist Text, das andere Bild.

Ich habe ein grobes Konzept, was wann wie aufeinanderfolgt, und während des Arbeitens entdeckt man dann ganz viele Dinge – was funktioniert und was nicht. Ich arbeite mich immer vom Allgemeinen zum Speziellen. Ich habe zunächst eher unspektakuläre Ideen, und dann versuche ich, es immer mehr zu spannen und zu stärken. Es gibt ja Menschen, die haben am Anfang die coolen Ideen, und je länger sie dann dransitzen, desto mehr reibt es sich ab. Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich fange es einfach an, und dann wird es immer ausdifferenziert, je länger ich daran arbeite.

Film oder Kunst?

Es fällt auf, wie viele Bildtechniken, Bildideen im Buch stecken, die nur entstehen, wenn man am Ende noch mal zuspitzt. Was steckt denn mehr drin in Deinen Flughunden – Film oder Kunst?

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»Ich kann ja die Perspektive total kippen und der Leser weiß immer noch ganz genau, was gemeint ist.«

Kunst. Film ist so gefangen in der Realitätsnachahmung. Die Zeichnung gar nicht, und das begreife ich als die Stärke des Comics: Diese Vermischung aus Quasi-Realitätsnachahmung und Zeichenhaftigkeit. Ich kann ja die Perspektive total kippen und der Leser weiß immer noch ganz genau, was gemeint ist. Ich versuche immer, das zu zeichnen, was für die jeweilige Szene am allerwichtigsten ist. Das Spannende ist, dass man die vertraute Realität nicht nachbilden, sondern nur wiedererkennbar machen muss. Es muss nur noch die Idee von Weite oder Enge da sein, es muss nicht stimmen. Dadurch kriegt man sehr schöne Bildfindungen.

Nach dem Film zu gehen ist gefährlich. Ich könnte keine Kamerafahrt machen. Das sieht blöd aus. Deshalb ist es besser, den Film nicht als Vorlage zu verwenden.

Aber würde es den Film nicht geben, könnte man vieles nicht so zeichnen, oder?

Ein interessanter Aspekt ist vielleicht, dass sich Comic und Film gleichzeitig entwickelt haben. Ich glaube, die Mechanik des Films und des Comic haben sich parallel entwickelt. Aber der Comic ist nicht einfach ein gezeichneter Film. Er hat sich in eine eigene Richtung entwickelt. Aber natürlich: Die Idee, dass man einen Zeitabschnitt sequenziert in diesen Kästchen – das ist kein Zufall. Es hat mit der Erkenntnis zu tun, dass es so gut funktioniert.

Menschen, die nicht als Jugendliche Comics lesen gelernt haben, sind heute oft noch Comic-Analphabeten. Sie begreifen nicht, dass man diese Bilder einfach nacheinander liest und dechiffriert wie einen Text.

Einflüsse

Kannst Du etwas sagen über die Künstler, die Dich beeinflussen?

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»Ich bin ein Riesenfan von dem Buch From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell.«

Puh, meine Güte – ich habe ein paar Vorlieben. Ich bin ein Riesenfan von dem Buch From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell. Ich habe das Buch zu einem Zeitpunkt gelesen, als mir noch nicht klar war, wie breit das Spektrum des Comics mittlerweile geworden ist. Ich war eher literatursozialisiert, denn in Österreich gab es überhaupt keine Comicszene.
Ich habe mir manchmal erotische Comics in der Bibliothek ausgeborgt, mehr gab es dort nicht.

In Berlin hatte ich dann richtige Comic-Cracks als Kommilitonen, und ein Freund hat mir From Hell hingelegt, als Heftchenreihe auf Englisch, und ich hab’s verschlungen. Ich war fasziniert von diesem historischen Text – es ging um Jack the Ripper. Die Lebenswelt dieser Frauen in dem Viertel war so wahnsinnig echt beschrieben, das war es, was mich angesprochen hat. Im Nachhinein weiß ich, dass es die Zeichnungen waren. Eddie Campbell hatte sich vorgenommen, gegen die Comictradition des extrem ausdrucksstarken übertriebenen Gestus ganz zurückgenommene lakonische Zeichnungen zu verwenden. Er wollte nicht dieses übertrieben Extrovertierte haben, von dem man klischeemäßig meint, dass es comichaft wäre. Er hat sehr nüchtern erzählt, das hat die Geschichte noch viel intensiver gemacht. Gerade dieses ruhige und zurückgenommene und einfache Layout und Raster hat einen Sog bewirkt, der mich echt mitgerissen hat. Ich habe diese Layout-Raster dann auch bei Heute ist der letzte Tag… verwendet – ein Neuner-Raster.

Grundsätzlich bin ich beeinflusst von einem unaufgeregten Comicerzählen, wie es auch die amerikanischen Independents machen. Ich mag auch sehr gerne Independent-Mangas, die gibt es auch in Japan, wo eben nicht ständig die Augen weit aufgerissen werden und man nicht die Glanzstellen von hunderttausend Pupillen sieht.

Die deutschsprachigen Comickünstler scheinen generell etwas unaufgeregter.

Genau: Damit erreicht man etwas anderes. Sie sind nicht auf die Überwältigung des Lesers aus.

Teil 3 und Schluss des Gesprächs:
»Ich muss bei dem neuen Buch sehr mutig sein.«

Teil 1 des Gesprächs:
»Es muss einen Sinn haben, ein Buch zu adaptieren.«

»Es muss einen Sinn haben, ein Buch zu adaptieren.« Ulli Lust im Gespräch mit Novel Graph. Teil 1

ullilustUlli Lust ist eine der renommiertesten deutschen Comic-Autorinnen. Ihre Bücher finden auch international große Beachtung – sie wird in viele Sprachen übersetzt.
Sie besucht uns an einem Dienstag-Nachmittag für ein Gespräch, bei dem sie zugleich liebevoll einen großen Stapel zweier ihrer Bücher signiert. Sie bringt viel Zeit mit und erlaubt uns, das Gespräch aufzuzeichnen. Es dauert zwei Stunden und wird ein toller Gang durch durch die Arbeit und das Leben der Autorin. Sie lacht viel und sprüht vor Energie.
Das Gespräch führten René Kohl und Inga Wurzbach für Novel Graph.

Comic-Manifest

Ulli Lust, Du hast am Montag im Rahmen der Berliner Literaturwochen das Comic Manifest vorgetragen. Darin fordern zahlreiche namhafte Comic-Zeichner, Verleger, Autoren und sonstige Kulturschaffende die Anerkennung des Comic als Kunst. Ihr fordert eine staatliche oder private finanzielle Förderung und eine Comic-Professur.
Wie war denn die Resonanz auf das Comic-Manifest?

Es ist erstaunlich wahrgenommen worden, es waren ziemlich viele Leute da, auch viele Journalisten. Ich habe z.B. mit dem Deutschlandradio gesprochen und der »Welt« – im Moment bin ich so was wie die Stimme des Manifests, obwohl ich es nur vorlesen durfte… Es ist mir etwas peinlich.

Es gibt eben viel Anerkennung aber auch einige, die sich über das Manifest aufregen müssen und es würdelos finden, wenn Comic-Leute Kulturförderung brauchen.

Von der Arbeit leben

Kannst Du von Deiner Arbeit leben?

Also, ich kann jetzt davon leben, aber es ist sehr kurzfristig und nur, weil ich nicht viel brauche.

Machen sich denn die Erträge aus den Lizenzen bemerkbar?

So langsam. Aber eigentlich verdiene ich eher an den Workshops und Vorträgen. Ich werde jetzt auch in Hannover als Professorin für Zeichnung anfangen, weil ich mich nicht darauf verlassen kann, dass meine Bücher mir meinen Lebensunterhalt dauerhaft verdienen.

Du hast zwei große Sachen in drei Jahren gemacht…

Genau, für Flughunde habe ich zwei Jahre gebraucht, und mein erstes großes Buch, Heute ist der letzte Tag vom Rest meines Lebens, hat vier Jahre gedauert. Das war ein Problem, die Arbeit vorzufinanzieren. Das ging nur mit staatlicher Unterstützung. Ich hatte ein Meisterschülerstipendium von den Hochschulen in Berlin für die Realisierung eines Comics. Und dann habe ich noch 2 Jahre Hartz IV gekriegt. Und das werde ich den Leuten an den Kopf werfen, die sich darüber aufregen, dass man als Comic-Künstler keine Staatsgelder bekommen darf. Das sind so achtziger Jahre-Recken, die denken, alles was Staat ist, ist böse.

Flughunde

Warum hast Du das Buch Flughunde gemacht – der Titel von Marcel Beyer ist ja nicht mehr ganz neu. Wieso hast Du Dir den Stoff ausgesucht – Du hattest ja freie Auswahl?

flughunde original

»Ich fand die Sprache spannend, dieses unglaublich Düstere, Atmosphärische. Das Buch ist gestalterisch eine extrem gute Vorlage.«

Ich bin in die Buchhandlungen gegangen und habe mir alles geschnappt, was von Suhrkamp war. Ich hatte zwei Parameter: Es sollte in Berlin oder Österreich spielen, also in einer Landschaft, die ich kenne, einer Gegend, zu der ich Recherchen betreiben kann, und ich wollte eine weibliche Hauptfigur. Leider war Suhrkamp damals noch in Frankfurt und ich konnte nicht auf das Verlagsarchiv zugreifen. Da heißt, ich war ganz viel in Antiquariaten, und es fielen ganz viele zeitgenössische Stoffe raus. Und es war schwer, eine weibliche Hauptfigur zu finden, die kein totales Opfer ist. In der gesamten Literatur, die vor 1945 stattfindet, sind die Frauen bis auf wenige Ausnahmen immer irgendwie wahnsinnig gehandicapt und leiden an der Gesellschaft. Die Helga Goebbels ist zwar auch irgendwie ein Opfer, aber sie wusste es noch nicht; egal – ich habe dann kapituliert vor dieser Opfer-Problematik.

Marcel Beyer hat es gut hinbekommen mit der Helga Goebbels. Ich fand die Sprache spannend, dieses unglaublich Düstere, Atmosphärische. Das ist gestalterisch eine extrem gute Vorlage. Der Zweite Weltkrieg ist mit auch vertraut – ich habe sehr viel für andere Projekte zu dem Thema recherchiert. Ich habe nur etwa ein halbes Jahr gezögert, ob ich mir den Stoff antun will.

Du verbringst mit dem Stoff zwei Jahre… Und es ist ja eine innerliche Beschäftigung, Du musst Dir die Bilder erst mal selber machen.

Ja, ich habe ca. ein Jahr im Bunker zugebracht. Es ist furchtbar und schrecklich und niederdrückend. Aber wenn ein Stoff eine sehr starke Atmosphäre liefert, ist es künstlerisch attraktiv. Ich bin gespalten, einerseits gefällt mir die Stimmung nicht, in die mich hineinbegeben muss, anderseits freut es mein Autorenherz, dass es so richtig dramatisch zugeht.

Was mir an den Flughunden gefällt: Ich mag gerne dokumentarische und historische Stoffe – auch wenn es mit dem Zweiten Weltkrieg mittlerweile etwas problematisch ist, weil es so extrem codierte Bilder gibt durch diese ganzen Dokumentationen usw. Bei Marcel Beyer fand ich wahnsinnig faszinierend, dass er das Thema auf so eine surreale Bühne gehoben hat. Natürlich ist es der Zweite Weltkrieg, und es gibt diese konkreten Figuren, aber andererseits ist es ein eigenartiges Paralleluniversum. Es könnte genauso gut ein absurdes Theaterstück von Eugène Ionesco sein. Und weil ich so eine ganz starke Vorstellung entwickelt hatte, wie ich es machen würde, habe ich zugesagt.

Ich fand kein anderes Buch, beim dem ich mir so sicher war, dass etwas Gutes herauskommen würde. Es muss ja auch einen Sinn haben, ein Buch zu adaptieren. Ich muss dem geschriebenen Werk etwas Neues hinzufügen können. Ich mach nicht nur die Kurzversion…

Es sieht auch nicht wie die Kurzversion aus – es ist größer und dicker als das Original!

flughunde gn

»Am Anfang gab es vielleicht die Hoffnung im Verlag, dass wir Comiczeichner jetzt die Leichtleseversionen für Schulen machen. Aber das unterschätzt die Möglichkeiten des Comics bei Weitem!«

Am Anfang gab es vielleicht die Hoffnung im Verlag, dass wir Comiczeichner jetzt die Leichtleseversionen für Schulen machen. Aber das unterschätzt die Möglichkeiten des Comics bei Weitem! Es verkennt die Qualität von Comicliteratur! Bilder erzählen anders als Text. Ein Bild hat eine andere Melodie, einen anderen Klang als zum Beispiel die Sprache dieses großartigen Autors. Man kann nicht einfach nur den Inhalt nacherzählen.

Marcel Beyers Buch war auch eine sehr starke textliche Auseinandersetzung mit den Geräuschen, mit den Tönen – mit dem Medium, das weder Schreiben noch Malen ist. Dem Buch war bei Erscheinen zugeschrieben worden, dass es einen guten Weg fand, auf das Hören aufmerksam zu machen – nachdem ein paar Jahre zuvor Süskind mit dem Parfüm auf das Riechen aufmerksam gemacht hatte. Daher war ich gespannt,wie Du es machen würdest.

Das wusste ich von vorneherein. Im Comic gibt es die Soundwords. Ich habe also das Werkzeug in der Hand, um das ins Bild zu integrieren, und es war superinteressant zu überlegen, wie ich es machen könnte.

Ich bin allerdings nicht der große Soundword-Spezialist. Einer der Kritiker schrieb, irgendwann würde es zu viel mit dem Maschinengewehr-Rattern. Aber das waren keine Maschinengewehre – es sollte die Klimaanlage im Bunker sein. Die Kritik kam mehrmals – vielleicht ein Hinweis, dass ich als Künstler etwas schlampig war. Oder die Journalisten haben voneinander abgeschrieben.

Und war es so, dass Suhrkamp zu Dir gekommen ist und Dich um ein Buch bat? Du hattest einen Schreibauftrag ohne Plot?

Andreas Platthaus, der Herausgeber der Reihe, hat mich gefragt, ob ich was machen möchte, und da hieß es tatsächlich: Such Dir ein Buch aus. Es hätte alles sein könne. Ich habe sogar über Lévy-Strauss nachgedacht. Es hätte auch ein wissenschaftliches Buch sein können. Hans-Peter Duerr würde ich wahnsinnig gerne machen. Aber da könnte man nur einen winzigen Abschnitt aus einem Buch herausnehmen, weil er so vielschichtig ist.

OK – der Verlag wollte eine Literaturadaption. Man könnte ja auch was Neues haben wollen.

Nein, sie wollten zunächst keine eigenen Stoffe. Jetzt fangen sie aber an, etwas auszugreifen. Volker Reiche macht dort jetzt eine autobiographische Arbeit.

Am Ende kann ja beides gehen…

Ich finde es sogar wichtig, dass sie auch Originalstoffe machen. Es kann nicht sein, dass der Comic immer nur nachgeordnet ist.

Na ja, es ist ja auch immer eine Frage, was man können will als Künstler. Es gibt viele Partnerschaften aus Autor und Zeichner. Man muss ja keine Geschichte erfinden wollen.

Natürlich, aber für den Comic ist es gut, wenn er nicht nur eine zweite Version ist von einem Stoff, der eh schon gut war.

Wie läuft es ganz praktisch: In Eurem Falle war Suhrkamp der Makler – gibt Marcel Beyer eine Lizenz dazu?

Er musste sein OK geben. Er hatte mein voriges Buch gelesen und hat gesagt: »Ja, soll sie machen«. Und hat mir freie Hand gelassen. Wir haben uns dann ein Jahr später auf einem Literaturfestival getroffen und uns gut verstanden. Ich habe ihm gestanden, dass ich seinen Text schlachte. Er hat nur genickt.

Ich hatte das Glück, auf einen großzügigen Autor zu treffen, der auch abgeben kann.

Ich kenne es eher als Dauerthema im Film, dass der Autor nicht glücklich ist mit der Umsetzung.

Ja, es ist vergleichbar.

Und hat er es jetzt schon gesehen?

Er ist superbegeistert. Er ist total süß und schickt mir Links zu den Rezensionen und kommentiert sie: »Na, der ist aber sehr mäkelig.« Oder: »Genauso soll es sein«. Er ist sozusagen mein Mitstreiter. Wir schreiten Seite an Seite.

Es lohnt sich vielleicht, beide Bücher parallel zu lesen – Beyers Original und Deine Adaption.

Ja – es gibt natürlich Änderungen im Comic. Ich habe ca. ein Drittel der Textmenge des Romans übernommen. Ich musste, um manche Szenen zu verbinden, neue Sachen erfinden. Es ist tatsächlich ein eigenes Werk.

Es kann spannend sein zu schauen, worin die Unterschiede bestehen und warum die so sind – eigentlich perfekt für den Lehrer (sie lacht).

Man kann auf eine gute Weise didaktisch damit umgehen.

Man könnte den Text mit dem Bild vergleichen, dazu den historischen Aspekt. Dann kann man drüber reden, wie Erinnerung funktioniert…

Ich kenne nicht so viele so starke literarische Kunstprodukte, die sich direkt aufeinander beziehen.

Ich bin wahnsinnig glücklich darüber. Ich bin so erleichtert. Ich hatte am Schluss große Angst, dass man mir auf den Kopf haut.

Gibt es schon Interesse aus dem Ausland für Flughunde?

Mein französischer Verlag Editions çà et là ist dabei – der Übersetzer ist schon beauftragt. Eigentlich hätte ich gedacht, dass es auch bei meinem US-Verlag Fantagraphics schnell herauskommt, doch leider ist der Verleger, der mein erstes Buch gemacht und übersetzt hat, einen Monat nach Erscheinen des Buches an Lungenkrebs gestorben, und ich weiß gar nicht, ob dort noch jemand Deutsch spricht im Verlag.

Wie international verbreitet ist denn Marcel Beyers Flughunde?

Sehr. Es gibt auf jeden Fall eine französische und eine englische Ausgabe. Ich bin mir relativ sicher, dass es einen Markt gibt für Flughunde – das Dritte Reich ist leider Gottes Deutschlands bester Export-Artikel.

 

Teil 2 des Gesprächs:
»Film ist so gefangen in der Realitätsnachahmung. Die Zeichnung gar nicht.«

Das Comic-Manifest

Im Namen zahlreicher prominenter Künstler, Verleger und Kulturveranstalter verlas heute Ulli Lust (Flughunde) auf Initiative des Internationalen Literaturfestivals Berlin im Haus der Berliner Festspiele das “Manifest für die Comic-Kunst”. Gefordert wird eine Anerkennung des Comic als Kunstform (neben Musik, Bildender Kunst, Literatur usw.), die finanzielle Förderung vonm Comic-Projekten sowie die Schaffung eines deutschen Comicinstitutes.

Das Manifest im Wortlaut:

Das Comic Manifest

COMIC IST KUNST. DAS MUSS JETZT AUCH DIE KULTURPOLITIK VERSTEHEN.
Deutsche Comics werden im Feuilleton gefeiert, sie werden in zahlreiche Sprachen
übersetzt und erhalten Preise und Auszeichnungen auf internationalen Festivals.
Comic-Lesungen und Comic-Ausstellungen finden regen Zuspruch, zumal beim jüngeren Publikum, und immer häufiger sind Comics Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten.
Es sind die Comiczeichner, die Comicverleger und andere Akteure, die dem deutschen
Comic praktisch ohne Hilfe von außen dieses Ansehen verschafft haben. Während Film, Theater, Musik und andere Künste — zu Recht — öffentlich gefördert werden, konnten die Zeichner, Szenaristen und Verlagsmitarbeiter ihre beachtlichen Erfolge nur durch Selbstausbeutung erreichen. Es liegt auf der Hand, dass sie mit größeren Ressourcen ihre Potenziale wesentlich stärker entfalten könnten.
Der zeitgenössische Comic ist formal innovativ und inhaltlich anspruchsvoll. Sein Spektrum reicht vom Comicstrip zur Graphic Novel. Eindringliche Geschichten zu gesellschaftlich relevanten Themen prägen heute sein Bild in den Medien. Die stilistische Bandbreite und die fortwährende experimentelle Erneuerung des Comics stehen für die künstlerische Modernität eines Mediums, dessen vielfältige Möglichkeiten längst noch nicht ausgeschöpft sind.
Niemand bezweifelt heute, dass der Comic eine eigenständige Kunstform ist, der ein
gleichberechtigter Platz neben Literatur, Theater, Film oder Oper zusteht. Es ist ein Skandal, dass dies noch immer nicht allgemeiner Konsens ist.

Wir fordern daher, dass der Comic dieselbe Anerkennung erfährt wie die Literatur
und bildende Kunst und entsprechend gefördert wird. Der Comic ist — wie alle
anderen Künste — auf staatliche und private Unterstützung angewiesen.

Die Zahl hervorragender Nachwuchszeichner, die meist an den staatlichen Kunsthochschulen ausgebildet worden sind, wächst stetig, doch es gibt keine Stipendien, die talentierten Zeichnern den Weg zu einer Existenz als Künstler ebnen könnten. Eine Graphic Novel, ein Comicalbum zu schaffen dauert oft länger als ein Jahr, und kaum ein Verlag kann es sich leisten, den Lebensunterhalt eines Künstlers für so lange Zeit zu finanzieren.

Wir fordern daher die finanzielle Förderung von Comicprojekten.

Und schließlich: Förderung bedarf der Koordination und der Diskussion ihrer Maßstäbe.
Noch immer fehlt eine eigene Comicprofessur in Deutschland, noch immer fehlt eine
Institution, die als zentrale Anlaufstelle und kommunikative Begegnungsstätte mit europäischer Ausstrahlung für alle Protagonisten des Mediums dienen kann.

Wir fordern daher die Schaffung eines deutschen Comicinstitutes, das Künstler
zusammenführt, ihre Arbeit wissenschaftlich reflektiert und der kulturellen Bildung
dient.

COMIC IST KUNST.
DAS MUSS JETZT AUCH DIE KULTURPOLITIK VERSTEHEN.

Die Erstunterzeichner des Comic-Manifests sind:
Titus Ackermann [Illustrator]
Ahne [Schriftsteller]
ATAK / Prof. Barber [Comickünstler]
Jim Avignon [Künstler]
Bela B.[Musiker]
Anna Bas Backer [Comiczeichnerin]
Jan Bauer [Trickfilmregisseur]
Bodo Birk [Leiter des Internationalen Comic-Salons Erlangen]
Gregor Breitkopf [Verleger / Dipl. Finanzwirt]
Susanne Buddenberg [Comicautorin]
Karoline Bofinger [Comicredakteurin]
Thomas Böhm [Programmleiter ilb]
Wolf Böwig [Photojournalist]
Romy Blümel [Illustratorin]
Ingo Clauß [Kurator Weserburg Bremen]
Diceindustries [Künstler]
Martin tom Dieck [Künstler / Professor]
Tim Dinter [Illustrator]
Tinet Elmgren [Comiczeichnerin]
Prof. Anke Feuchtenberger [Künstlerin]
Achim Frenz [Museumsleitung caricatura museum frankfurt]
Cornelia Funke [Kinder- und Jugendbuchautorin]
Anna Gabai [Kuratorin und Pädagogin]
Nadja Gebhardt [Redakteurin]
Rolf Giesen [Filmwissenschaftler / Filmjournalist / Sachbuchautor]
Thomas Gilke [Kommunikationsdesigner]
Moritz Götze [Künstler]
Laëtitia Graffart [Redakteurin]
Oliver Grajewski [Bildender Künstler]
Andreas Grasskamp [Biologe]
Lukas Grasskamp [Jurist]
Prof.Dr. Walter Grasskamp [Kunsthistoriker]
Jonas Greulich [Regisseur / Comiczeichner / Verleger]
Thomas Gronle [Illustrator / Comic Autor / Verleger]
Prof. Dr. Dietrich Grünewald [Vorsitzender der ComFor]
Jens Harder [Comiczeichner]
Jutta Harms [Presse]
Jakob Hein [Schriftsteller]
Thomas Henseler [Comicautor]
Gregor Hinz [Comickünstler]
Sascha Hommer [Comiczeichner]
Prof. Markus Huber [Künstler / Kunsthochschul-Professor]
Christiane Mennicke-Schwarz [Kunsthistorikerin und Kuratorin]
Dr. Edmund Jacoby [Verleger]
Andreas C. Knigge [Publizist]
Filip Kolek [Pressesprecher]
Prof. Eike König [Graphic Design / Illustration]
Brigitte Kronauer [Schriftstellerin]
Peter Auge Lorenz [Comicbibliothek Renate]
Ulli Lust [Comiczeichnerin]
Marijpol [Comiczeichnerin]
Mawil [Comiczeichner]
Jens Meinrenken [Kunsthistoriker]
René Mounajed [Historiker und Comicforscher]
Stefan Neuhaus [Kunstpädagoge BDK]
Paul Paetzel [Illustrator]
Felix Pestemer [Comiczeichner]
Kai Pfeiffer [Comickünstler]
Dirk Rehm [Verleger]
Daniel Richter [Künstler]
Ulrich Schreiber [Festivaldirektor ilb]
Mona Schütze [Redakteurin]
Simon Schwartz [Comiczeichner]
Gerhard Seyfried [Comiczeichner/Schriftsteller]
Bela Sobottke [Comiczeichner]
Mikkel Sommer [Comiczeichner]
Elke R. Steiner [Comiczeichnerin]
Nicola Stuart [Verlegerin]
Johann Ulrich [Verleger]
Michael Vogt [Comiczeichner]
Prof. Henning Wagenbreth [Universität der Künste / Klasse Illustration]
Susanne Weiß [Direktorin Heidelberger Kunstverein]
Birgit Weyhe [Comiczeichnerin]
Ulrich Wickert [Journalist / Autor]
Michael Wiesler [Comic-Buchhändler]
Sebastian Wolter [Verleger]
Barbara Yelin [Comiczeichnerin]
Dr. Thomas von Steinaecker [Autor / Journalist / TV Regisseur]
Volker Zimmermann [Übersetzer / Verleger]

Wer möchte, kann das Manifest ebenfalls unterzeichnen.
http://www.literaturfestival.com/comic/manifest